Trossweibs Klage

Aus dem Lyrik-Band  Wenn wir in den roten Röcken

Acht-, neun- oder zehnmal hielt ich den Mund
da würde ich nicht drum streiten,
doch jedes Wochenende geht’s rund,
geht es ans Jagden reiten.

Das geht schon beim Verladen los:
„Hab ich auch nichts vergessen?
Wo sind denn meine Handschuh bloß?
Hat ‚Mistral‘ ausgefressen?“

Das Büchlein ist 2014 erschienen und bei der Herausgeberin Helga Koch erhältlich.

Dann kommt die Hinfahrt – die geht an.
Noch hat er guten Mut.
Doch wenn er sich verfährt, ja dann
kommt langsam er in Wut.

„Verdammt, gib mal die Karte her,
wo sind wir überhaupt?
Ich habs gewusst, das kommt daher,
wenn man den Weibern glaubt!“

(Eine Anmerkung: Heute haben 80 % der Autofahrer in ihrem Navi eine weibliche Stimme programmiert. Landet man dann in den Hüchten, ist „sie“ dran schuld – wie damals.)

Jedoch, es kann nicht anders sein,
die Fahrt geht mal zu Ende.
Pünktlich sind wir am Stelldichein,
ich wünsch mir tausend Hände.

„Ach, halt doch das Pferd mal grad,
es wird dich nicht gleich beißen!“
Worauf er’s plötzlich eilig hat
er muss mal schnell noch …

Teil I des Gedichts von Marlene Schäfer aus dem westfälischen Bünde, verfasst in den 70er Jahren. Ihr Ehemann Manny war mit seinem Pferd Mistral lange Jahre Pikör bei der Cappenberger Meute.

Die Cappenberger Meute – Schleppjagd Herzebrock 2015.

* * *

Damit was bleibt.

 

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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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