Fundsache – Zweite Chance für Klaus-Nero (11)

– Mein Tagebuch mit einer Autorenkatze –

Dienstag

„Nicht den Teppich!“ …

… schreit’s nach oben. In diesem Fall bin ich es, die schreit, frei nach: „Nicht die Mama!“ aus den „Dinos“. – Hach, die Serie ist auch schon wieder lange her, lief, glaube ich, zu Zeiten des Röhrenfernsehens.

Mein freches schwarzes Dino-Baby, dessen Krakeelerei insbesondere zur Fressenszeit von der Komik-Figur kaum zu unterscheiden ist, bearbeitet die Feinschlinge auf der Treppenstufe, als wäre sie schuld. An was bloß?

Für seine Bedürfnisse hat Krallenschärfer Nero einen nagelneuen Kratzbaum, doch der ist ihm schon längst nicht mehr gut genug. Lächerlich, so ein künstliches Teil. Noch dazu womöglich in China gefertigt, wo bekanntlich Katzenfleisch eine Spezialität ist.

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Typisch westfälisch: Kopsterbolter

Als Beschäftigungstherapie und zum Ausgleich für meine Schimpferei gibt’s gemeinsame Kugelspielchen auf seiner Spielwiese. Dabei macht er eine unglückliche Figur, als er rückwärts einen Kopsterbolter schlägt und mit Schmackes vor meinen Füßen landet. Völlig perplex, eher konsterniert, schiebt er seinen geschmeidigen Körper langsam wieder hoch. Es ist ihm sichtlich peinlich, und er versucht schweigend, von seinem Missgeschick abzulenken, was die Situation nur noch schlimmer macht.

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Guck an, es macht ihm also etwas aus, wenn ich laut über ihn lache. Macht nix. Er kratzt sich und damit hat’s sich’s.

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Zugegeben: Die korrekte Schreibweise für Kopsterbolter muss sogar eine „Konifere“  wie die studierte Autorin nachschlagen. Typisch ostwestfälisch ist auch dieses Da-fällt-man-sich-ja-über oder Pömpel, Killefit und solcherlei regionale Besonderheiten. Das Buch, das so etwas erklärt – jaja, das gibt es – soll in Bielefeld (gibt es auch!) bereits 50.000 mal verkauft worden sein. Stand diese Tage in der Zeitung. Und wie schreibt sich gleich Koryphäe?

Das mit der Konifere ist nun wieder eine andere Geschichte, auf die ich demnächst mal zurückkommen kann. Nur so viel für heute: „So sind wohl manche Sachen, die wir getrost belachen, weil uns’re Augen sie nicht sehn.“ (Aus dem wunderschönen Abendlied von Matthias Claudius).

Was ein agiler Klaus-Nero frühmorgens so von sich gibt, wenn er Schwänzchen hoch und fröhlich broddelnd von oben nach unten flitzt, ist besser als jeder Komik. Vielleicht sollte man das angepeilte Ausbildungsziel „Autorenkatze“ etwas abändern. Als Nächstes widmen wir uns mal seiner Model-Karriere.

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Macht was draus.

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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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