„Ran da“ auf Norderney – Wenn wir in den roten Röcken (4)

Wenn Gedichte Sehnsucht wecken

„Mensch, wollen wir nächstes Jahr auch mal nach Norderney? Das muss doch toll sein, dort zu reiten.“ So war kürzlich die begeisterte Reaktion eines Westfalen in der Sudermühlener Runde, in der mein Lyrikband rumging. Gleich 4 Gedichte erwähnen die lebhafte Nordsee-Insel, die mehr als hipp ist. Mittlerweile läuft sie sogar Sylt den Rang ab.

Schwer beeindruckt muss Pikör Charly Brütt von seiner Zeit auf der Insel gewesen sein. Ein Vers im Gedicht „Was bleibt“ inspirierte ihn zu:

Galopp am Norderneyer Strand,
geritten im Dünensand,
hinter den jagenden Hunden
unvergessliche Stunden.

NorderneyerJagdwoche

Schleppjagd mit der Niedersachsen Meute auf Norderney

Auf weiteren Seiten lobte er die Harmonie während der „Jagdwoche auf Norderney„, und hautnah dran war er in der „Norderneyer Reiterwoche„, als die Nachtwache feststellte: Mein Gott, was können die saufen!

Es ist Lyrik

Auch Jan-Gerd Brüns, der ehemalige Jagdreiter aus Langwedel, den ich erst neulich bei der Schleppjagd in Verden/Aller persönlich kennenlernen durfte, weiß um das Jagdreiter-Feeling, das der Leser im Lyrik-Band auf Seite 35 findet:

Donnernde Hufe, schweißnasse Reiter und Pferde
galoppieren zwischen Flutgrenze und
feutsalzigem Sand
hinter der Meute über den Strand!

Reiter und Pferde scheinen zu fliegen
und sie lassen die Sorgen und den Alltag
weit hinter sich liegen.
In den Augen der Reiter leuchtet ein Licht.
Wer nie dabei war, sieht es nicht.

Noch zwei oder drei Schleppen bis zum Halali!
Viel zu schnell nähert sich die Jagd ihrem Ende.
Dann reichen sich alle fröhlich entspannt die Hände
und rufen Halali, halali –
so schön wie heute war es noch nie.

Die Hunde bekommen ihr verdientes Curée.
Die Reiter ziehen die Kappe und danken
den Hunden und Pferden.
Jagdreiten ist der schönste Sport auf Erden!

Den Satz mit dem „feutsalzigen Sand“ empfand ich als besonders poetisch und stellte mir nie die Frage, ob es ein Fehler sein könnte. Wie sich bei unserer Begegnung allerdings herausstellte, hatte sein Originaltext das „ch“ verschluckt. „Och Deern“, meinte er großzügig, „soll uns so was stören?“.

Die Rotröcke sind bekannt dafür, Fünfe grade sein lassen zu können. Und dafür, leicht mal was umzudichten. Was die Jagdreiter-Geschichten und ihre Lyrik angeht – egal ob deutsch oder englisch – da liegen Dichtung und Wahrheit bekanntermaßen ganz dicht beieinander.

P. S. Das „Ran da“ in der Überschrift ist Teil des Meuterufs der Cappenberger Meute.

Nachtrag:
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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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1 Antwort zu „Ran da“ auf Norderney – Wenn wir in den roten Röcken (4)

  1. avatar E. W. L. sagt:

    Guten Morgen Helga,
    ich habe Dein wunderbares Büchlein sehr genossen.
    Es ist wie im wirklichen Leben und ich habe mich voller Wehmut bei manchen Versen wiedererkannt.
    Mit lieben Grüßen
    und hoffentlich bis bald!
    Dein E.

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