Nach der Hubertusmesse ins Jagdfeld

Die Geschichte hinter der Foto-Dokumentation

DEM HIMMEL ENTGEGEN

So etwas hatte Master Stephan Geldsetzer von der Cappenberger Meute in seiner Laufbahn noch nicht erlebt: Zwischen Hubertusmesse am Schloss Wendlinghausen und dem Aufbruch zur Schleppjagd erteilte sie der Equipage und den Hounds Gottes Segen, anschließend setzte sich die Pastorin auf ihr Islandpferd „Frau F.“, genannt Effi, und galoppierte im Jagdfeld durch das lippische Bergland, was das Zeug hielt.

Seit nunmehr zehn Jahren hält sie den Gottesdienst zur Eröffnungsjagd des Vereins Lipperland Meute in Dörentrup im Kreis Lippe. Ein längst fälliger Anlass für die Pastorin und passionierte Reiterin Sabine Hartung, endlich mal selbst mitzureiten. Den Reitdress trug sie bereits unter dem Talar, den sie nach der Messe ablegte, und forsch in den Sattel ihrer selbst ausgebildeten Stute stieg, um ihre erste Schleppjagd zu reiten.

Kurz darauf beschloss sie, ihre Freude an der Jagdreiterei mit dem Bezug zu ihrem Beruf und ihrem Leben mit den Pferden in einem Fotobuch festhalten zu wollen. Mit Bildern, die in jedem Detail wichtig sind, weil sie die Erinnerungen an diesen Tag wachhalten, damit selbst sie mit ihrem ausgeprägten Talent für Rhetorik und Ausdruck diese Momente nicht vergisst.

Gestaltet mit Fotosoftware von Pixum, Hardcover 15 x 19 cm, 34 Seiten.

Für das Fotobuch suchten wir aus meinem Archiv die schönsten Momente aus, die in Zusammenhang mit den Hubertusmessen der vergangenen Jahre standen. Der Titel für das Buch kam ihr spontan: Dem Himmel entgegen. Besonders wichtig waren der Pastorin die musikalischen Begleiter der Parforcehorngruppe Gute Jagd Bielefeld, deren Klänge sie ja nun life während der Jagd erlebt hatte.

Während des Vorgesprächs überraschte sie mich, als sie sich an ein besonderes Foto erinnerte, das in einem meiner früheren Presseberichte veröffentlicht wurde. „Dieses Foto drückt alles aus – meine Arbeit, meinen Glauben, mein Horsemanship. Das bin ich. Das ist das wichtigste Motiv für das Buch“, freute sie sich.

Ein bedeutsames Foto: Es zeigt die Pastorin mit der Bibel und einem Hackamore. Joachim von Reden ist Gastgeber der Eröffnungsjagden auf Schloss & Gut Wendlinghausen.

Ich bin noch heute von den Socken und muss zugeben, dass ich das mindestens 5 Jahre alte Foto gar nicht mehr auf dem Schirm hatte. Zweifellos ist diese kleine Geschichte wieder einmal Beleg dafür, welch tiefe Bedeutung ein einziges Foto für jemanden haben kann, die die Fotografin im Moment der Aufnahme natürlich nicht erahnen kann. Der neugierige Betrachter wird es beim Durchblättern des Buches unter diesem Link finden.

Nicht die Menschen und Pferde auf den Fotos, sondern die Fotos selbst spielen hier die Hauptrolle. Sie sind der Beweis dafür, dass es sich um eine Veranstaltung der Freude am Sport und der Tradition handelt, zu der man sich einmal im Jahr an diesem Ort trifft. Wo die Klänge aus den Es-Hörnern ertönen, die zur Schleppjagd gehören wie das Geläut der Hounds und das verheißungsvolle Hufgetrappel der Jagdpferde auf dem Kopfsteinpflaster.

Und ein weiterer Moment spiegelt dieses Besondere wider, und zwar auf Seite 14 im Buch. Im abgelaufenen Lutherjahr küre ich es zu meinem persönlichen Foto des Jahres und ich wünsche mir, dass der Betrachter all das sieht, was es zeigt. Die Demut im Gesicht der beiden Pferde rechts, das brave Abwenden des Hundes im Vordergrund sowie die zugewandte Präsenz der Pastorin im Schlosshof. Aus fototechnischer Sicht nicht gerade ein Highlight, aber es lohnt sich, genau hinzuschauen.

Vor der Schleppjagd erhalten die Equipage und die Hounds Gottes Segen.

Nach dem tagelangen Regen erstrahlte der Sonntag in herrlichstem Sonnenschein und die Eröffnungsjagd verlief trotz des unwirtlichen Bodens in dem hügeligen Gelände Gottseidank reibungslos und alle Teilnehmer erreichten heil und glücklich das Halali.

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Damit was bleibt.

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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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