Schleppjagd auf der Senne

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat jetzt die Lindenallee in Augustdorf zur Allee des Jahres gekürt. Aus diesem Anlass hier ein kleiner Auszug aus meinem – schon etwas älteren – Pressebericht „Jagd auf der Senne“, zu der wir alljährlich über diese einzigartige Allee anreisten.

Stelldichein an der Windmühle

Die Tradition der Jagd auf der Senne wird seit fast 50 Jahren vom „Senne Reit- und Fahrverein Bad Lippspringe“ fortgesetzt. Den historischen Bezug zum Jagdgebiet spiegelt bereits die Einladungskarte wider, die ein Stich von einer Sennejagd 1874 im Grimke-Grund ziert. Über 100 Reiter und Reiterinnen folgen stets Mitte Oktober der Einladung zur großen Schleppjagd am Samstag, und zur sonntäglichen Frühjagd finden sich noch einmal gut 20 Unentwegte ein.

Wer die Möglichkeit hat, von Augustdorf her anzureisen, darf sein Gespann über eine der schönsten Lindenalleen Deutschlands mit ihrem herrlichen Basalt-Kopfsteinpflaster lenken. Allein schon diese beeindruckende Anreise läßt einen besonderen Jagdtag erwarten.
Abseits der Allee kann man äsendes Damwild stehen sehen. Es hat nichts zu befürchten, wenn ihnen nachher die Foxhounds der Warendorfer Meute begegnen sollten. Die Meute jagt auf künstlicher Fährte und ist wildsauber. Im Gegenteil: Es hat schon den kuriosen Fall gegeben, dass während eines Runs ein Meutehund von einem kreuzenden Hirsch auf die Schaufel genommen wurde (das ist kein Jägerlatein!).

Allee_Augustdorf_MG_2944Die 150 Jahre alte Allee zwischen Augustdorf und Schlangen-Oesterholz
im Kreis Lippe

Sensationell ist immer wieder die riesige Menge Zuschauer, die sich zum Stelldichein an der Windmühle einfindet, obwohl weder Bratwurst- noch Bierbude locken. Sie wohnen der Veranstaltung gespannt bis zum Halali bei, um die einzelnen Jagdfelder auf der Schlussschleppe mit begeistertem Applaus zu empfangen. Den Jagdreiter freut’s – so etwas gibt es ganz ganz selten.

Militär als ein Segen für die Senne

Seit Kaisers Zeiten untersteht ein Teil der Sennelandschaft – in Ostwestfalen zwischen Paderborn und Bielefeld gelegen – dem Militär. Eine zivile Nutzung hat seitdem nicht mehr stattgefunden. Nur weil die Einflussnahme des Menschen am Verbotsschild gestoppt wurde, hat sich hier bis heute ein ganz besonderer Naturraum erhalten können. 12000 Hektar sind gesperrtes Gebiet.
Ein Teil davon wird von den britischen Streitkräften eigens für diese bei Reitern wie bei Zuschauern beliebte Veranstaltung zum Durchreiten freigegeben.

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Wer diese fantastische Allee befahren möchte, achte auf die Sperrzeiten des Truppenübungsgeländes. Sie findet man hier: http://www.augustdorf.de/aug-buergerservice3cbr-3erat—verwaltung/sennesperrzeiten/

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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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