Zum Welttag des Kusses

Für heute und für jeden Tag

Ein Gedicht:

Der Menschheit größter Hochgenuss
Ist ohne Zweifel wohl der Kuss.
Er ist beliebt, er macht vergnügt,
Ob man ihn gibt, ob man ihn kriegt.

Er kostet nichts, ist unverbindlich
Und vollzieht sich immer mündlich.
Hat man die Absicht, dass man küsst,
So muss man erst mit Macht und List
Den Abstand zu verringern trachten
Und dann mit Blicken zärtlich schmachten.

Die Blicke werden tief und tiefer,
Es nähern sich die Unterkiefer.
Man pflegt dann mit geschlossenen Augen
Sich aneinander festzusaugen.

Jedoch nicht nur der Mund allein
Braucht eines Kusses Ziel zu sein.
Man küsst die Wange und die Hände
Und auch noch and’re Gegenstände,
Die ringsherum mit Vorbedacht
Sämtlich am Körper angebracht.

Auch wie man küsst, das ist verschieden,
im Norden, Osten, Westen, Süden.
So mit Bedacht und mit Gefühl,
Der eine heiß, der and’re kühl.
Der eine haucht, der and’re schmatzt,
Als ob ein alter Reifen platzt.

Hingegen wiederum der Keusche
Vermeidet jegliche Geräusche.
Der eine kurz, der and’re länger,
Den längsten nennt man Dauerbrenner.

Ein Kuss ist, wenn zwei Lippenlappen,
in Liebe aufeinanderklappen
und dabei ein Geräusch entsteht,
als wenn die Kuh durch Matsche geht.

Trotz intensiver Recherche konnte ich keinen Verfasser und den genauen Titel ermitteln. Für Ursprungshinweise bin ich dankbar.

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LogoDamit was bleibt.
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Über Helga Koch

Foto-Biografin Inhaberin von MEMORIES and MOMENTS in Ostwestfalen-Lippe. "Macht was draus - damit was bleibt."
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2 Antworten zu Zum Welttag des Kusses

  1. avatar Wilfried Holzapfel sagt:

    . . . wenn die Kuh durch Matsche . . . / Ursprungshinweis
    Guten Tag Frau Koch ,
    das Geheimnis um das schöne Gedicht vom 6. Juli ist gelöst . Google verrät es uns .
    Sie finden die Lösung unter http://www.aphorismen.de/gedicht/187475
    Hätte ich es nicht gefunden , hätte ich vermutet , dass Sie es selbst verfasst haben . . .
    Viele Grüße , bis bald mal wieder in der Büchertauschbörse
    Wilfried Holzapfel

    • avatar Helga Koch sagt:

      Herzlichen Dank, lieber Herr Holzapfel!
      Damit ist das Rätsel endlich gelöst. Ich bin Ihrem Link gefolgt und muss sagen, es macht mich sprachlos. Immer wieder hatte ich recherchiert. Was für wunderbare Verse dieser junge Gerrit Engelke verfasst hat! Fragte mich sogleich, ob Anke Engelke mit ihm verwandt sein könnte. Das bringt mich schon wieder auf Ideen für ein neues Biografie-Projekt.
      Ach ja, und danke für Ihr Vertrauen in meinen Humor. Gebe es gern weiter, denn ich wiederum hatte es stets meinem reimenden Reiterkollegen zugeschrieben.
      Davon erzähle ich Ihnen bei unserer nächsten Plauderei.
      Herzlichst,
      Helga Koch

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